Teardrop

Was sind Teardrops?

Teardrops sind tropfenförmige Kupferverbreiterungen an der Verbindung zwischen einer Leiterbahn und einem Pad oder Via auf einer Leiterplatte. Sie werden im PCB-Layout eingesetzt, um die mechanische und elektrische Robustheit dieser Übergänge zu verbessern. Besonders bei feinen Strukturen oder engen Fertigungstoleranzen erhöhen Teardrops die Zuverlässigkeit der Leiterplatte.

Teardrops im PCB Design
Teardrops um ein Via

Hintergrund und Motivation

Bei der Herstellung von Leiterplatten werden Bohrungen für Vias oder THT-Pads nach dem Ätzen der Kupferstruktur eingebracht. Dabei können minimale Bohrversätze auftreten, bei denen das Bohrloch leicht von der idealen Position abweicht.

Ohne zusätzliche Kupferfläche kann ein solcher Versatz dazu führen, dass:

  • der Annular Ring teilweise oder vollständig entfernt wird
  • die Leiterbahn nur noch minimal Kontakt zum Via oder Pad hat
  • im schlimmsten Fall eine Unterbrechung der Verbindung entsteht

Teardrops erweitern deshalb den Übergangsbereich zwischen Leiterbahn und Pad und schaffen zusätzliche Kupferreserve.

Funktionsprinzip

Ein Teardrop vergrößert den Kupferbereich am Übergang von der Leiterbahn zum Pad oder Via in einer tropfenartigen Form. Dadurch entsteht eine größere Überlappung zwischen Leiterbahn und Bohrpad.

Die Vorteile sind:

  • höhere Fertigungstoleranz bei Bohrversatz
  • geringeres Risiko von offenen Verbindungen
  • bessere mechanische Stabilität bei thermischen Belastungen

Besonders bei sehr schmalen Leiterbahnen oder kleinen Vias kann dies entscheidend sein.

Einsatzgebiete

Teardrops werden typischerweise eingesetzt bei:

  • HDI-Leiterplatten mit sehr kleinen Strukturen
  • BGA-Fanout-Layouts mit hoher Packungsdichte
  • Leiterbahnen mit sehr kleinen Breiten
  • Designs mit hohen mechanischen oder thermischen Belastungen

Viele moderne EDA-Tools wie Altium Designer oder KiCad können Teardrops automatisch generieren.

Bedeutung im modernen PCB-Design

In vielen Standarddesigns sind Teardrops optional. In hochdichten oder sicherheitskritischen Anwendungen gelten sie jedoch als gute Layoutpraxis. Sie erhöhen die Robustheit gegenüber Fertigungstoleranzen und tragen dazu bei, langfristig stabile elektrische Verbindungen sicherzustellen.

Zurück zum Glossar