{"id":2243,"date":"2026-05-26T12:15:26","date_gmt":"2026-05-26T12:15:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pickplace.de\/?post_type=glossary&#038;p=2243"},"modified":"2026-05-26T12:39:35","modified_gmt":"2026-05-26T12:39:35","slug":"can-transceiver","status":"publish","type":"glossary","link":"https:\/\/www.pickplace.de\/de\/glossar\/can-transceiver\/","title":{"rendered":"CAN-Transceiver"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein CAN-Transceiver verbindet einen CAN-Controller mit der differentiellen CAN-Busleitung. Der CAN-Controller erzeugt und verarbeitet die logischen Bitfolgen des CAN-Protokolls. Der Transceiver &#xFC;bersetzt diese Logiksignale in die physikalischen Pegel auf CANH und CANL und wandelt die Bussignale wieder in ein digitales Empfangssignal zur&#xFC;ck.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-rank-math-toc-block\" id=\"rank-math-toc\"><h2>Inhalt<\/h2><nav><ul><li class=\"\"><a href=\"#was-ist-ein-can-transceiver\">Was ist ein CAN-Transceiver?<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#funktionsweise-eines-can-transceivers\">Funktionsweise CAN Transceiver<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#typische-architektur-im-system\">Typische Architektur im System<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#signale-und-kommunikation-beim-can-transceiver\">Signale und Kommunikation beim CAN Transceiver<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#betriebsmodi\">Betriebsmodi<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#spannungsversorgung\">Spannungsversorgung<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#anwendungsrahmen\">Anwendungsrahmen<\/a><\/li><li class=\"\"><a href=\"#layout-und-routing-hinweise-fur-can-transceiver\">Layout- und Routing-Hinweise f&#xFC;r CAN-Transceiver<\/a><\/li><\/ul><\/nav><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Baustein wie der <a href=\"https:\/\/www.nxp.com\/products\/interfaces\/can-transceivers\/can-with-flexible-data-rate\/high-speed-can-transceiver-with-standby-and-sleep-mode:TJA1043\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">NXP TJA1043<\/a> zeigt den typischen Funktionsumfang eines High-Speed-CAN-Transceivers f&#xFC;r Fahrzeug- und Industrieumgebungen: 5-V-Bustreiber, getrennte Logikversorgung f&#xFC;r Mikrocontroller-Pegel, Wake-up-Funktionen, Low-Power-Modi, Inhibit-Ausgang f&#xFC;r die Versorgung eines Steuerger&#xE4;ts und Schutzfunktionen gegen Fehlzust&#xE4;nde. Einfachere Vertreter wie Infineons <a href=\"https:\/\/www.infineon.com\/part\/TLE9250LE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">TLE9250LE<\/a> oder Microchips <a href=\"https:\/\/www.microchip.com\/en-us\/product\/mcp2562\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MCP2562<\/a> setzen den gleichen physikalischen CAN-Grundmechanismus um, unterscheiden sich aber bei Betriebsmodi, Steuerpins, Logikversorgung und Systemmanagement.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-image stk-block-image stk-block stk-06b37c8\" data-block-id=\"06b37c8\"><style>.stk-06b37c8 .stk-img-figcaption{text-align:center !important;font-style:italic !important;}.stk-06b37c8 .stk-img-wrapper{width:70% !important;}<\/style><figure><span class=\"stk-img-wrapper stk-image--shape-stretch\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"stk-img wp-image-2253\" src=\"https:\/\/www.pickplace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/image-9.png\" width=\"70\" height=\"300\" alt=\"Breakout-Board mit Anschlussklemmen f&#xFC;r CAN Transceiver  von Adafruit\"\/><\/span><figcaption class=\"stk-img-figcaption\">Breakout-Board mit Anschlussklemmen f&#xFC;r CAN Transceiver von <a href=\"https:\/\/www.adafruit.com\/product\/5708\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Adafruit<\/a><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h2 id=\"was-ist-ein-can-transceiver\" class=\"wp-block-heading\">Was ist ein CAN-Transceiver?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein CAN-Transceiver ist die physikalische Schnittstelle eines CAN-Knotens. Er sitzt zwischen dem digitalen CAN-Controller und dem verdrillten Zweidrahtbus. Auf der Controller-Seite arbeitet er mit Logiksignalen wie TXD und RXD. Auf der Busseite treibt oder empf&#xE4;ngt er die differentiellen Leitungen CANH und CANL.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der CAN-Controller kann im <a class=\"glossaryLink\"  href=\"https:\/\/www.pickplace.de\/glossar\/mikrocontroller\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>Mikrocontroller<\/a> integriert sein oder als separater Controller-IC vorliegen. Er verarbeitet Frames, Identifier, Arbitration, Bit-Stuffing, CRC und Fehlerzust&auml;nde des Protokolls. Der CAN-Transceiver &uuml;bernimmt dagegen die elektrische Umsetzung:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Senden eines dominanten oder rezessiven Buszustands<\/li>\n\n\n\n<li>Empfang des differentiellen Buspegels<\/li>\n\n\n\n<li>Pegelanpassung zwischen Logikseite und Busseite<\/li>\n\n\n\n<li>Begrenzung von Fehlereffekten auf den Bus<\/li>\n\n\n\n<li>Verhalten bei Unterspannung, &#xDC;bertemperatur oder dauerhaft dominantem TXD<\/li>\n\n\n\n<li>Umschaltung in stromsparende Zust&#xE4;nde<\/li>\n\n\n\n<li>Erkennung von Wake-up-Ereignissen, je nach Typ<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei High-Speed-CAN nach ISO 11898-2 liegt der Bus im rezessiven Zustand typischerweise auf einem gemeinsamen Pegel um die Mitte der Transceiverversorgung. Im dominanten Zustand wird CANH angehoben und CANL abgesenkt. Der Empf&#xE4;nger wertet die differentielle Spannung zwischen CANH und CANL aus. Dadurch ist das Signal gegen&#xFC;ber Gleichtaktst&#xF6;rungen unempfindlicher als eine rein massebezogene Einzelader&#xFC;bertragung.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"funktionsweise-eines-can-transceivers\" class=\"wp-block-heading\">Funktionsweise CAN Transceiver<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der digitale Eingang TXD steuert den Sendeteil. Bei High-Speed-CAN entspricht ein dominanter Zustand meist einem Low-Pegel an TXD. Der Transceiver treibt dann CANH in Richtung h&#xF6;herer Spannung und CANL in Richtung niedrigerer Spannung. Bei einem rezessiven Zustand wird der Bus nicht aktiv in die differentielle Dominanz gezwungen. Die Busleitungen liegen dann nahe beieinander, und der differentielle Pegel bleibt klein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Empfangsteil vergleicht CANH und CANL. Ist die differentielle Spannung gro&#xDF; genug, erkennt der Empf&#xE4;nger einen dominanten Buszustand und gibt diesen &#xFC;ber RXD an den CAN-Controller aus. Bei rezessivem Buszustand liegt RXD entsprechend im rezessiven Logikzustand.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Verhalten bildet die Grundlage der CAN-Arbitration. Mehrere Knoten k&#xF6;nnen gleichzeitig senden. Ein dominanter Zustand &#xFC;berschreibt einen rezessiven Zustand auf dem Bus. Der CAN-Controller erkennt &#xFC;ber RXD, ob der gelesene Buszustand zum gesendeten TXD-Zustand passt. Die Protokollentscheidung liegt beim Controller, der Transceiver liefert die elektrische Voraussetzung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Transceiver wie der TJA1043 erg&#xE4;nzt diesen Grundpfad um &#xDC;berwachungs- und Schutzlogik. Dazu geh&#xF6;ren typischerweise:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>TXD-Dominant-Time-out, damit ein blockierter Controller den Bus nicht dauerhaft dominant h&#xE4;lt<\/li>\n\n\n\n<li>Unterspannungserkennung an Versorgungsanschl&#xFC;ssen<\/li>\n\n\n\n<li>thermische Abschaltung oder Begrenzung des Senders<\/li>\n\n\n\n<li>definierte Ausgangszust&#xE4;nde bei fehlender Versorgung<\/li>\n\n\n\n<li>Wake-up-Erkennung &#xFC;ber Bus oder separaten Wake-Eingang<\/li>\n\n\n\n<li>Statusausgabe &#xFC;ber dedizierte Pins, abh&#xE4;ngig vom IC<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die genaue Auspr&#xE4;gung ist herstellerspezifisch. Der TJA1043 hat einen ausgepr&#xE4;gten Systemmanagement-Teil mit VBAT-Anschluss, INH-Ausgang und lokalen sowie busseitigen Wake-up-Mechanismen. Ein kompakter Baustein wie der TLE9250LE konzentriert sich st&#xE4;rker auf die physikalische High-Speed-CAN-Schnittstelle. Der MCP2562 ist ein alternatives Beispiel mit separater VIO-Logikversorgung und Standby-Steuerung, aber ohne den gleichen Systembasis-Funktionsumfang wie ein TJA1043.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"typische-architektur-im-system\" class=\"wp-block-heading\">Typische Architektur im System<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein CAN-Knoten besteht meist aus Mikrocontroller, CAN-Controller, CAN-Transceiver, Versorgungsschaltung, Schutzbeschaltung und Busanschluss. In vielen Mikrocontrollern ist der CAN-Controller bereits integriert. Dann verlaufen nur TXD und RXD zwischen Mikrocontroller und Transceiver.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine typische Signalkette sieht so aus:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mikrocontroller mit CAN-Controller &#x2192; TXD\/RXD &#x2192; CAN-Transceiver &#x2192; CANH\/CANL &#x2192; Steckverbinder &#x2192; verdrillte Busleitung<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Versorgungsebene kommt oft eine 5-V-Schiene f&#xFC;r den Transceiver hinzu. Wenn der Mikrocontroller mit 3,3 V oder einer niedrigeren Logikspannung arbeitet, trennt ein VIO-Anschluss die digitale Pegelseite von der 5-V-Bustreiberseite. Der TJA1043 nutzt eine solche Logikversorgung. Auch der MCP2562 stellt eine VIO-Variante bereit, wodurch RXD und TXD an die I\/O-Spannung des Controllers angepasst werden k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei <a href=\"https:\/\/www.pickplace.de\/glossar\/steuergeraet\/\" data-type=\"glossary\" data-id=\"1348\">Steuerger&#xE4;ten<\/a> mit Low-Power-Anforderung kann der Transceiver Teile der Versorgung beeinflussen. Der TJA1043 besitzt dazu einen INH-Ausgang. Dieser kann einen externen Spannungsregler aktiv halten oder abschalten. Im Sleep-Zustand bleibt ein Batterieversorgungspfad f&#xFC;r Wake-up-Funktionen erhalten, w&#xE4;hrend andere Schaltungsteile abgeschaltet werden k&#xF6;nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf der Busseite liegen CANH und CANL an einem verdrillten Leitungspaar. Der Bus wird an seinen beiden Enden mit typischerweise 120 &#x3A9; abgeschlossen. Einzelne Knoten entlang der Leitung erhalten keine eigene Vollterminierung, sofern sie nicht an einem Busende sitzen. Bei Split-Terminierung wird der Abschluss in zwei Widerst&#xE4;nde geteilt und der Mittelpunkt &#xFC;ber einen Kondensator gegen Masse gef&#xFC;hrt. Manche Transceiver, darunter der TJA1043, stellen einen SPLIT-Pin bereit, der den Mittelpunkt auf einen definierten Pegel legt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"signale-und-kommunikation-beim-can-transceiver\" class=\"wp-block-heading\">Signale und Kommunikation beim CAN Transceiver<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die wichtigsten Signale eines High-Speed-CAN-Transceivers sind TXD, RXD, CANH und CANL. Hinzu kommen je nach Baustein Steuer-, Status- und Versorgungsanschl&#xFC;sse.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TXD ist der digitale Sendeeingang. Er kommt vom CAN-Controller. Ein dominanter TXD-Zustand f&#xFC;hrt zum dominanten Buszustand, solange der Transceiver im Sendebetrieb freigegeben ist und keine Schutzfunktion eingreift.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">RXD ist der digitale Empfangsausgang. Er meldet den erkannten Buszustand an den Controller. RXD wird auch w&#xE4;hrend der Arbitration ben&#xF6;tigt, weil der Controller den tats&#xE4;chlich gelesenen Buszustand mit dem gesendeten Bit vergleicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CANH und CANL bilden das differentielle Buspaar. Im dominanten Zustand steigt CANH gegen&#xFC;ber dem rezessiven Mittelpegel an, w&#xE4;hrend CANL abgesenkt wird. Im rezessiven Zustand liegen beide Leitungen nahe beieinander. Der Empf&#xE4;nger bewertet die Differenzspannung, nicht den absoluten Pegel einer einzelnen Leitung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">EN, STB, STBY oder vergleichbare Pins steuern den Betriebszustand. Beim TJA1043 werden die Modi &#xFC;ber EN und STB_N angew&#xE4;hlt. Beim MCP2562 wird der Standby-Zustand &#xFC;ber STBY gesteuert. Beim TLE9250LE h&#xE4;ngt die konkrete Steuerung von der Geh&#xE4;use- und Variantenbelegung ab; kompakte High-Speed-CAN-Transceiver verwenden oft einen Enable- oder Normal-Mode-Pin statt mehrerer Systemmanagement-Leitungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">WAKE ist bei Transceivern mit lokaler Wake-up-Funktion ein Eingang f&uuml;r ein externes Ereignis, etwa einen Taster, ein Sensorsignal oder eine Klemme im <a class=\"glossaryLink\"  href=\"https:\/\/www.pickplace.de\/glossar\/steuergeraet\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>Steuerger&auml;t<\/a>. Der TJA1043 kann dar&uuml;ber aus einem stromsparenden Zustand geweckt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">INH ist ein Ausgang f&#xFC;r die Versorgungsschaltung. Er kann einen externen Regler aktivieren oder deaktivieren. Diese Funktion findet man eher bei Transceivern mit erweitertem Low-Power-Management.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">ERR_N oder vergleichbare Statuspins melden interne Zust&#xE4;nde. Beim TJA1043 kann ein solcher Pin unter anderem Wake-up- oder Fehlerzust&#xE4;nde signalisieren. Die Bedeutung muss in der Firmware zur gew&#xE4;hlten Betriebsart passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">SPLIT stellt bei geeigneten Transceivern einen Referenzpunkt f&#xFC;r eine Split-Terminierung bereit. Damit l&#xE4;sst sich der Gleichtaktpegel des rezessiven Busses stabilisieren. Ob dieser Pin genutzt wird, h&#xE4;ngt von EMV-Konzept, Terminierungsart und Systemtopologie ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Timing-Parameter betreffen unter anderem Sendeverz&#xF6;gerung, Empfangsverz&#xF6;gerung, Schleifenverz&#xF6;gerung und Flankenverhalten. Bei klassischem High-Speed-CAN mit bis zu 1 Mbit\/s sind diese Werte auf die Bitzeit auszulegen. Bei CAN-FD-Datenphasen mit h&#xF6;heren Bitraten m&#xFC;ssen Transceiver, Controller, Leitungsl&#xE4;nge und Abtastzeitpunkte gemeinsam betrachtet werden. Der TLE9250LE wird von Infineon f&#xFC;r CAN-FD-Anwendungen mit h&#xF6;heren Datenraten spezifiziert, w&#xE4;hrend &#xE4;ltere oder einfachere Transceiverfamilien teilweise auf klassisches CAN ausgelegt sind.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"betriebsmodi\" class=\"wp-block-heading\">Betriebsmodi<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein CAN-Transceiver hat mindestens einen Normalbetrieb und meist einen Low-Power-Zustand. Bausteine mit Systemmanagement bieten zus&#xE4;tzliche Modi.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Normalbetrieb sind Sender und Empf&#xE4;nger aktiv. TXD steuert den Bus, RXD meldet den Buszustand. Dieser Modus wird f&#xFC;r die regul&#xE4;re CAN-Kommunikation verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Standby-Modus ist der Sendepfad abgeschaltet oder gesperrt. Der Empf&#xE4;nger arbeitet nur so weit, wie es f&#xFC;r Bus&#xFC;berwachung oder Wake-up-Erkennung erforderlich ist. Die Stromaufnahme sinkt gegen&#xFC;ber dem Normalbetrieb. Beim MCP2562 ist dieser Zustand &#xFC;ber STBY zug&#xE4;nglich. RXD kann je nach Baustein weiterhin einen Wake-up- oder Buszustand anzeigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sleep-Modus wird der Stromverbrauch weiter reduziert. Beim TJA1043 kann dieser Zustand mit dem INH-Ausgang gekoppelt sein. Dadurch kann ein externer Regler abgeschaltet werden, w&#xE4;hrend der Transceiver &#xFC;ber einen Batterieversorgungspfad Wake-up-Ereignisse erkennen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Listen-only- oder Silent-Zustand, sofern vorhanden, erlaubt den Empfang ohne aktives Senden auf den Bus. Das wird f&#xFC;r Diagnose, Bus&#xFC;berwachung oder Zust&#xE4;nde genutzt, in denen ein Knoten keine Dominanz auf den Bus bringen soll. Die genaue Benennung und Verf&#xFC;gbarkeit h&#xE4;ngen vom IC ab.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Reset- und Undervoltage-Zust&#xE4;nde entstehen, wenn eine Versorgung unter die spezifizierte Schwelle f&#xE4;llt. Der Transceiver muss dann verhindern, dass undefinierte Logikzust&#xE4;nde den Bus st&#xF6;ren. Datenbl&#xE4;tter beschreiben f&#xFC;r diese F&#xE4;lle, ob RXD hochohmig, dominant, rezessiv oder statusabh&#xE4;ngig ist und ob der Sender abgeschaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wake-up kann &#xFC;ber den Bus oder &#xFC;ber einen lokalen Eingang erfolgen. Bei Bus-Wake-up erkennt der Transceiver eine definierte Aktivit&#xE4;t auf CANH\/CANL. Bei lokalem Wake-up wird ein Pegelwechsel an einem Pin wie WAKE ausgewertet. Die Firmware muss nach dem Aufwachen Statusflags lesen oder Pins auswerten, damit die Quelle des Ereignisses korrekt behandelt wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"spannungsversorgung\" class=\"wp-block-heading\">Spannungsversorgung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">High-Speed-CAN-Transceiver arbeiten auf der Busseite typischerweise mit einer 5-V-Versorgung. Bei den genannten Beispielen liegt die Transceiverversorgung im Bereich um 5 V; die genauen Grenzwerte stehen im jeweiligen Datenblatt. Diese Versorgung speist den analogen Empf&#xE4;nger, den Bustreiber und Teile der Schutzlogik.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine separate Logikversorgung VIO erlaubt die Anpassung an die I\/O-Spannung des Mikrocontrollers. Das betrifft TXD, RXD und Steuerpins. Bei einem 3,3-V-Mikrocontroller verhindert VIO, dass ein 5-V-RXD-Pegel direkt auf den Controller-Eingang gef&#xFC;hrt wird. Der TJA1043 und der MCP2562 verwenden dieses Prinzip. Bei Transceivern ohne VIO m&#xFC;ssen die Logikpegel zur Controller-Seite passen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein VBAT-Anschluss, wie beim TJA1043, versorgt Low-Power- und Wake-up-Funktionen aus der Batterie oder einer daueraktiven Schiene. Dadurch kann der Transceiver auch dann ein Wake-up ausl&#xF6;sen, wenn die regul&#xE4;re 5-V-Schiene abgeschaltet ist. Die Batterieversorgung ist nicht f&#xFC;r den CAN-Bustreiber im Normalbetrieb gedacht; der Sender ben&#xF6;tigt weiterhin die regul&#xE4;re Transceiverversorgung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Power Sequencing betrifft besonders Systeme, in denen <a class=\"glossaryLink\"  href=\"https:\/\/www.pickplace.de\/glossar\/mikrocontroller\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>Mikrocontroller<\/a>, VIO, VCC und VBAT zu unterschiedlichen Zeiten anliegen. Der Transceiver darf den Bus bei fehlender Logikversorgung nicht undefiniert treiben. Ebenso darf ein aktiver RXD-Ausgang keine unversorgte Controller-I\/O &uuml;ber Schutzdioden r&uuml;ckspeisen. Datenbl&auml;tter geben an, welche Pins tolerant gegen&uuml;ber bestimmten Versorgungsausf&auml;llen sind und welche Zust&auml;nde intern erzwungen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abblockkondensatoren geh&#xF6;ren nahe an die Versorgungspins. Der 5-V-Pin des Transceivers ben&#xF6;tigt eine kurze Verbindung zu Masse, weil der Bustreiber beim Umschalten Stromspitzen verursacht. VIO und VBAT erhalten ebenfalls lokale Abblockung entsprechend Datenblatt- und Systemanforderung. Bei Fahrzeugversorgungen kommen Schutzma&#xDF;nahmen gegen Lastspr&#xFC;nge, Verpolung, Transienten und ESD hinzu. Der CAN-Transceiver ersetzt diese externe Schutz- und Versorgungsauslegung nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"anwendungsrahmen\" class=\"wp-block-heading\">Anwendungsrahmen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CAN-Transceiver werden in Steuerger&#xE4;ten eingesetzt, die &#xFC;ber einen CAN-Bus kommunizieren. Typische Bereiche sind Fahrzeugsteuerger&#xE4;te, Anh&#xE4;nger- und Nutzfahrzeugsysteme, Batteriemanagement, Ladeger&#xE4;te, Industrieantriebe, Maschinensteuerungen, Sensor-Aktor-Knoten und Diagnoseger&#xE4;te.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der TJA1043 passt zu Systemen, die Wake-up aus Sleep-Zust&#xE4;nden und eine steuerbare Versorgung ben&#xF6;tigen. Der INH-Ausgang kann in solchen Architekturen den Regler eines Steuerger&#xE4;ts beeinflussen. Die Kombination aus Bus-Wake-up, lokalem Wake-up und Statussignalen erfordert eine passende Firmware-Logik, weil der Mikrocontroller nach dem Einschalten den Transceiver in den gew&#xFC;nschten Zustand bringen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein TLE9250LE zeigt eine andere Auslegung: Der Fokus liegt auf einer kompakten High-Speed-CAN-Schnittstelle, die auch f&#xFC;r CAN-FD-Datenphasen spezifiziert sein kann. Solche Bausteine werden verwendet, wenn die Buskommunikation im Vordergrund steht und kein umfangreiches Wake-\/Inhibit-System im Transceiver ben&#xF6;tigt wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der MCP2562 ist ein alternatives Beispiel f&#xFC;r einen Transceiver mit separater VIO-Logikversorgung und Standby-Funktion. Er passt zu Systemen, in denen der Mikrocontroller mit niedrigerer I\/O-Spannung arbeitet, w&#xE4;hrend der CAN-Bustreiber aus 5 V versorgt wird. Die Betriebssteuerung ist einfacher als bei einem Systembasis-Transceiver mit VBAT, INH und mehreren Wake-Quellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Grenzen entstehen durch Busl&#xE4;nge, Bitrate, Topologie, Terminierung, St&#xF6;rungen, Masseversatz und zul&#xE4;ssige Gleichtaktbereiche. Ein CAN-Transceiver stellt keine galvanische Trennung bereit. Wenn zwischen Knoten gr&#xF6;&#xDF;ere Potentialunterschiede auftreten k&#xF6;nnen, wird zus&#xE4;tzlich ein digitaler Isolator oder ein isolierter CAN-Transceiver ben&#xF6;tigt. Auch die Protokollf&#xE4;higkeit entsteht nicht im Transceiver. Filter, Identifier-Verarbeitung, Fehlerz&#xE4;hler und Frame-Handling bleiben Aufgabe des CAN-Controllers.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"layout-und-routing-hinweise-fur-can-transceiver\" class=\"wp-block-heading\">Layout- und Routing-Hinweise f&#xFC;r CAN-Transceiver<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der CAN-Transceiver sollte nahe am Bussteckverbinder platziert werden. Dadurch bleiben CANH und CANL auf der Leiterplatte kurz. Schutzbauteile wie TVS-Dioden sitzen &#xFC;blicherweise nahe am Steckverbinder, damit ESD- und Transientenstr&#xF6;me nicht durch die gesamte Leiterplatte gef&#xFC;hrt werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">CANH und CANL werden als differentielles Paar gef&#xFC;hrt. Die Leitungen sollten &#xE4;hnlich lang sein und einen gleichm&#xE4;&#xDF;igen Abstand zueinander behalten. Stubs sind kurz zu halten, besonders bei h&#xF6;heren Bitraten oder CAN-FD-Datenphasen. Die Leiterplattenimpedanz muss zur Busumgebung passen; der Kabelbus selbst wird typischerweise mit etwa 120 &#x3A9; differentieller Impedanz betrachtet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Terminierung geh&#xF6;rt an die beiden Enden des Busses. Bei Split-Terminierung werden zwei Widerst&#xE4;nde mit einem Mittelpunkt verwendet. Dieser Mittelpunkt kann &#xFC;ber einen Kondensator gegen Masse abgeblockt werden. Wenn ein SPLIT-Pin vorhanden ist, kann er diesen Punkt mit einem definierten DC-Pegel versorgen. Der Nutzen h&#xE4;ngt vom EMV-Konzept ab.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-stackable-image stk-block-image stk-block stk-df9b457\" data-block-id=\"df9b457\"><style>.stk-df9b457 .stk-img-figcaption{text-align:center !important;font-style:italic !important;}<\/style><figure><span class=\"stk-img-wrapper stk-image--shape-stretch\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"stk-img wp-image-2251\" src=\"https:\/\/www.pickplace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/05\/image-8.png\" width=\"150\" height=\"300\" alt=\"Schaltplan eines CAN-Transceivers mit Layout-Vorgaben\"\/><\/span><figcaption class=\"stk-img-figcaption\"><a class=\"glossaryLink\"  href=\"https:\/\/www.pickplace.de\/glossar\/schematics\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>Schaltplan<\/a> eines CAN Transceivers mit Layout-Vorgaben (Quelle: <a href=\"https:\/\/octopart.com\/de\/pulse\/p\/isolated-can-transceiver-ics-for-high-speed-digital-communication\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Octopart<\/a>)<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Massef&#xFC;hrung sollte den R&#xFC;ckstrompfad der Versorgung und den Schutzpfad der Busbeschaltung ber&#xFC;cksichtigen. Der Transceiver braucht eine niederimpedante Masseanbindung. ESD-Str&#xF6;me aus der Steckverbindung sollten &#xFC;ber einen kurzen Pfad in die vorgesehene Schutz- oder Chassis-Masse abgeleitet werden, ohne empfindliche Logikbereiche zu durchlaufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">TXD, RXD und Modusleitungen werden kurz und ohne unn&#xF6;tige Kopplung zu schaltenden Leistungssignalen gef&#xFC;hrt. Bei Reset des Mikrocontrollers m&#xFC;ssen TXD und Mode-Pins definierte Pegel haben. Ein unbeabsichtigter dominanter TXD-Zustand kann den Bus blockieren, bis die Timeout-Funktion des Transceivers eingreift. Pull-ups oder Pull-downs sind nach Datenblatt und Systemstartverhalten auszulegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Versorgungspins erhalten lokale Abblockkondensatoren. VCC, VIO und gegebenenfalls VBAT sollten getrennt betrachtet werden, weil sie unterschiedliche Funktionen im IC versorgen. Bei Geh&#xE4;usen mit Exposed Pad ist die thermische und elektrische Anbindung nach Herstellerangabe auszuf&#xFC;hren. Der Bustreiber kann bei hoher Buslast und erh&#xF6;hten Umgebungstemperaturen Verlustleistung erzeugen, auch wenn der mittlere Strom im Normalbetrieb meist gering ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein CAN-Transceiver verbindet einen CAN-Controller mit der differentiellen CAN-Busleitung. Der CAN-Controller erzeugt und verarbeitet die logischen Bitfolgen des CAN-Protokolls. Der Transceiver \u00fcbersetzt diese Logiksignale in die physikalischen Pegel auf CANH und CANL und wandelt die Bussignale wieder in ein digitales Empfangssignal zur\u00fcck. 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