{"id":886,"date":"2026-02-16T19:24:34","date_gmt":"2026-02-16T19:24:34","guid":{"rendered":"https:\/\/pickplace-rtjzvn2oa4.live-website.com\/?p=886"},"modified":"2026-03-06T22:03:08","modified_gmt":"2026-03-06T22:03:08","slug":"anforderungen-an-dienstleister-und-entwicklungspartner-der-ruestungs-und-verteidigungsindustrie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pickplace.de\/en\/hub\/anforderungen-an-dienstleister-und-entwicklungspartner-der-ruestungs-und-verteidigungsindustrie\/","title":{"rendered":"Anforderungen an Dienstleister und Entwicklungspartner der R\u00fcstungs- und Verteidigungsindustrie"},"content":{"rendered":"<p>Die Entwicklung von R&#xFC;stungselektronik und Verteidigungselektronik unterliegt besonderen Auflagen. Unternehmen, die als Elektronikentwicklungspartner Verteidigung agieren oder als technologischer Entwicklungspartner der Bundeswehr oder eines NATO-Partners auftreten m&#xF6;chten, m&#xFC;ssen strenge Kriterien erf&#xFC;llen. B2B-Eink&#xE4;ufer und technische Entscheider in der Verteidigungs- und Sicherheitsindustrie achten dabei genau auf Compliance und Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette. Vom Umgang mit sensiblen Informationen bis zur Herkunft von Komponenten gibt es hohe H&#xFC;rden. Gerade Elektronik f&#xFC;r milit&#xE4;rische Anwendungen stellt besondere Anforderungen an Hersteller und Dienstleister mit dem Blick auf Geheimnisschutz. Im Folgenden werden die zentralen Anforderungen strukturiert erl&#xE4;utert.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Beachtung der Staatenliste (&#xA7;13 S&#xDC;G) und Nationenanforderungen bei NATO-R&#xFC;stungsprojekten<\/h2>\n\n\n\n<p>Sicherheit beginnt beim Personal und den beteiligten L&#xE4;ndern. Das deutsche Sicherheits&#xFC;berpr&#xFC;fungsgesetz (S&#xDC;G) sieht eine sogenannte <em>Staatenliste<\/em> vor &#x2013; eine Liste von Staaten, bei denen f&#xFC;r Personen in sicherheitsrelevanten T&#xE4;tigkeiten besondere Risiken vermutet werden. Diese Liste umfasste zuletzt 26 L&#xE4;nder (Stand 2022), darunter beispielsweise China, Russland, Iran, Nordkorea, Syrien und weitere Staaten au&#xDF;erhalb des NATO-\/EU-Raums. Dienstleister der R&#xFC;stungsindustrie Elektronik m&#xFC;ssen darauf achten, dass Mitarbeiter mit Zugriff auf sensible Verteidigungsprojekte keine ungekl&#xE4;rten Verbindungen in solche L&#xE4;nder haben. Aufenthalte, famili&#xE4;re Bindungen oder fr&#xFC;here Besch&#xE4;ftigungen in diesen Staaten m&#xFC;ssen offengelegt werden und k&#xF6;nnen zu <em>Auflagen oder Ausschl&#xFC;ssen<\/em> bei Sicherheits&#xFC;berpr&#xFC;fungen f&#xFC;hren. In der Praxis werden Mitarbeiter dieser Herk&#xFC;nfte von NATO-R&#xFC;stungsprojekten ausgeschlossen. Das S&#xDC;G interpretiert den Einsatz von Mitarbeitern dieser Nationen als riskant, was den Einsatz dieser Mitarbeiter in Elektronik f&#xFC;r Verteidigungssysteme stark einschr&#xE4;nkt oder verhindert. Ausnahmen betreffen mitunter privatwirtschaftliche R&#xFC;stungsprojekte ohne staatlichen Bezug wie eigenfinanzierte R&#xFC;stungsvorhaben ohne Bundeswehr- oder NATO-Kunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar&#xFC;ber hinaus gelten f&#xFC;r NATO-R&#xFC;stungsprojekte spezielle Nationenanforderungen. Bei als NATO SECRET oder h&#xF6;her eingestuften Projekten d&#xFC;rfen in der Regel nur Angeh&#xF6;rige von NATO-Mitgliedsl&#xE4;ndern auf die entsprechenden Informationen und Systeme zugreifen. So d&#xFC;rfen beispielsweise nur Staatsb&#xFC;rger der 32 NATO-Staaten f&#xFC;r Positionen mit Zugriff auf NATO-Geheimnisse eingestellt werden. In Ausnahmef&#xE4;llen sind enge Partnerl&#xE4;nder wie etwa Australien, Schweden oder die Schweiz einbezogen, doch auch dies erfordert besondere Abkommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Entwicklungspartner in der Verteidigung muss folglich sein Personal entsprechend ausw&#xE4;hlen und gegebenenfalls Sicherheits&#xFC;berpr&#xFC;fungen (&#xDC;1\/&#xDC;2\/&#xDC;3 nach S&#xDC;G) fr&#xFC;hzeitig einleiten. Praktisch bedeutet dies: Wer z.B. Embedded Systems f&#xFC;r ein NATO-Projekt entwickelt, sollte ausschlie&#xDF;lich mit Personal planen, das die n&#xF6;tige Sicherheitsfreigabe erhalten kann (typischerweise NATO-Staatsangeh&#xF6;rige mit einwandfreiem Hintergrund).<\/p>\n\n\n\n<p>Auch die Unternehmensstruktur spielt hinein &#x2013; Entwicklungspartner aus nicht-alliierten Staaten oder Entwicklungsstandorten in kritischen L&#xE4;ndern d&#xFC;rfte bei sicherheitsbewussten Auftraggebern auf Vorbehalte sto&#xDF;en. Die Beachtung der Staatenliste gem&#xE4;&#xDF; S&#xDC;G und der NATO-Nationenanforderungen ist somit ein erster Filter, um vertrauensw&#xFC;rdige Elektronikentwicklung R&#xFC;stung zu gew&#xE4;hrleisten.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"717\" height=\"851\" src=\"https:\/\/pickplace-rtjzvn2oa4.live-website.com\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-887\" style=\"width:455px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.pickplace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image.png 717w, https:\/\/www.pickplace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-253x300.png 253w, https:\/\/www.pickplace.de\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/image-10x12.png 10w\" sizes=\"auto, (max-width: 717px) 100vw, 717px\"\/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die aktuelle Staatenliste zum &#xA7;13 S&#xDC;G (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/veroeffentlichungen\/themen\/sicherheit\/staatenliste-para-13-anleitung-sicherheitserklaerung.pdf?__blob=publicationFile&amp;v=18\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bundesministerium des Inneren<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Ausschluss von Herstellern mit Einschr&#xE4;nkungen f&#xFC;r milit&#xE4;rische Nutzung<\/h2>\n\n\n\n<p>Neben dem Personal r&#xFC;ckt die Auswahl der Zulieferer und Hersteller in den Fokus. In der R&#xFC;stungsindustrie ist Elektronik oft dual-use-f&#xE4;hig &#x2013; Bauteile k&#xF6;nnten zivil oder milit&#xE4;risch eingesetzt werden. Doch nicht jeder Hersteller ist bereit, seine Produkte in Waffen oder Verteidigungssystemen zu sehen. Daher gilt es, Hersteller mit Einschr&#xE4;nkungen f&#xFC;r milit&#xE4;rische Nutzung konsequent auszuschlie&#xDF;en.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats&#xE4;chlich schlie&#xDF;en einige Komponentenhersteller die Verwendung ihrer Produkte in R&#xFC;stungsg&#xFC;tern vertraglich aus. So verbietet etwa der japanische Hersteller Murata in seinen Exportkontrollrichtlinien die Nutzung seiner Elektronik in konventionellen Waffen oder Massenvernichtungswaffen. Der Speicherhersteller Kioxia verlangt von Kunden sogar eine Zusicherung, dass seine Chips nicht f&#xFC;r Waffen oder milit&#xE4;rische Endanwendungen verwendet werden. Solche Klauseln sind kritisch: Setzt man dennoch Bauteile dieser Hersteller ein, drohen Lieferstopps oder rechtliche Konsequenzen, sobald der Anwendungszweck bekannt wird. Ein vorausschauender Elektronikdienstleister Verteidigung pr&#xFC;ft daher fr&#xFC;hzeitig die AGB und Exportregeln seiner Lieferanten.<\/p>\n\n\n\n<p>Andere Hersteller gehen einen etwas weicheren Weg: Sie empfehlen lediglich, ihre Produkte nicht in Milit&#xE4;rger&#xE4;ten einzusetzen, und schlie&#xDF;en jegliche Haftung in solchen F&#xE4;llen aus. Beispielsweise stellt Rohm klar, dass seine Komponenten nicht f&#xFC;r milit&#xE4;rische Zwecke oder andere &#x201E;Spezialanwendungen&#x201C; ausgelegt sind; nutzt der Kunde sie dennoch im R&#xFC;stungsbereich, &#xFC;bernimmt Rohm keine Haftung, sofern nicht ausdr&#xFC;cklich anders vereinbart. &#xC4;hnliches findet sich bei Herstellern wie Littelfuse und Nexperia: Sie weisen darauf hin, dass ihre Produkte nicht f&#xFC;r Milit&#xE4;r, medizinische Lebenserhaltung oder sicherheitskritische Zwecke vorgesehen sind &#x2013; bei zweckwidrigem Einsatz erl&#xF6;schen Garantien und Gew&#xE4;hrleistungen. Komponenten solcher Hersteller sollten m&#xF6;glichst gemieden werden, es sei denn, man trifft individuelle Abmachungen. Andernfalls riskiert man im Ernstfall den Verlust von Support oder Ersatzteilen, wenn der Lieferant vom milit&#xE4;rischen Einsatzzweck erf&#xE4;hrt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis hat sich gezeigt, dass Auftraggeber zunehmend sensibilisiert sind. Einige &#xF6;ffentliche Ausschreibungen verlangen explizit ITAR-freie und uneingeschr&#xE4;nkt milit&#xE4;risch nutzbare Komponenten. F&#xFC;r Entwicklungspartner und Dienstleister bedeutet das strategisch: Bereits in der Entwicklungsphase muss gekl&#xE4;rt werden, ob ein geplantes Bauteil &#x201E;milit&#xE4;risch unbedenklich&#x201C; ist. Idealerweise baut man auf Lieferanten, die den Verteidigungssektor aktiv beliefern und unterst&#xFC;tzen m&#xF6;chten. Elektronikentwicklung f&#xFC;r R&#xFC;stung sollte die Lieferantenauswahl als Teil des Risiko- und Anforderungsmanagements begreifen, um sp&#xE4;tere Einschr&#xE4;nkungen auszuschlie&#xDF;en.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Umsetzung eines ISMS<\/h2>\n\n\n\n<p>Verteidigungsprojekte gehen regelm&#xE4;&#xDF;ig mit vertraulichen Daten, innovativer Technologie und teils sogar klassifizierten Informationen einher. Ein strukturiertes Informationssicherheits-Managementsystem (ISMS) ist daher unerl&#xE4;sslich, um diese Werte zu sch&#xFC;tzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unternehmen, die Zugang zu als VS-NfD eingestuften Informationen erhalten, m&#xFC;ssen bis sp&#xE4;testens 1. September 2025 eine Selbst-Akkreditierung vorlegen, in der eine verantwortliche Person best&#xE4;tigt, dass alle IT-Sicherheitsanforderungen umgesetzt sind &#x2013; inklusive eines etablierten ISMS. Erreicht werden kann dies beispielsweise durch Anwendung der BSI IT-Grundschutz-Standards oder eine ISO&#x202F;27001-Zertifizierung. Leider ist das eine sehr breite Spanne an Ma&#xDF;nahmen. Ist der BSI-Grundschutz noch f&#xFC;r die meisten Unternehmen erf&#xFC;llbar, bedarf es bei einer ISO-27001-Umsetzung einer Umsetzungsspanne von mindestens 2-3 Jahren sowie umfassenden Management und Auditierungsma&#xDF;nahmen.<\/p>\n\n\n\n<p>F&#xFC;r den Einstieg ist ein pragmatischer Ansatz m&#xF6;glich. So helfen bspw. VDA- und TISAX-Self-Assessment um Systeme hinsichtlich der Erf&#xFC;llbarkeit von IT-Sicherheitsanforderungen zu pr&#xFC;fen. Ma&#xDF;nahmen wie Zugangskontrollen, Schulungen, Notfallpl&#xE4;ne, regelm&#xE4;&#xDF;ige Audits usw. sind in der Regel ohnehin im Lieferantenaudit abzuhaken.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit einem ISMS stellt ein Elektronikdienstleister der Verteidigung insgesamt systematisch sicher, dass Vertraulichkeit, Integrit&#xE4;t und Verf&#xFC;gbarkeit sensibler Informationen gewahrt bleiben. Ein zertifiziertes ISMS nach ISO&#xA0;27001 genie&#xDF;t bei Auftraggebern hohe Glaubw&#xFC;rdigkeit. Die Praxis zeigt, dass dies bis 2030 vermutlich vollumf&#xE4;nglich Pflicht f&#xFC;r Lieferanten wird, die mit der R&#xFC;stungsindustrie sensible Daten austauschen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Aufbewahrungs- und L&#xF6;schrichtlinien f&#xFC;r Entwicklungsgegenst&#xE4;nde<\/h2>\n\n\n\n<p>In Entwicklungsprojekten der Verteidigungselektronik fallen h&#xE4;ufig Prototypen, Muster und Testger&#xE4;te an, die sensible Technologien verk&#xF6;rpern. Der Umgang mit diesen Prototypen erfordert Regeln f&#xFC;r Aufbewahrung und L&#xF6;schung bzw. Vernichtung. Zum einen, um zu verhindern, dass vertrauliche Informationen durchsickern; zum anderen, um eine effiziente Projektorganisation und Compliance mit Pflichten gegen&#xFC;ber dem Auftraggeber sicherzustellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aufbewahrungsrichtlinien legen fest, wo und wie Entwicklungsgegenst&#xE4;nde gelagert werden. In vielen F&#xE4;llen m&#xFC;ssen physische Muster unter vergleichbaren Sicherheitsbedingungen verwahrt werden wie Verschlusssachen auf Papier. Das kann bedeuten: abschlie&#xDF;bare, alarmgesicherte Schr&#xE4;nke oder R&#xE4;ume, Zugriff nur f&#xFC;r autorisiertes Personal, Inventarisierung aller Prototypen mit Seriennummer und Verbleib. Gerade bei sicherheitsrelevanter Elektronik f&#xFC;r Verteidigungssysteme sollte jederzeit nachvollziehbar sein, welcher Prototyp sich wo befindet und wer Zugriff hatte. Ein betriebliches Register kann hier hilfreich sein, in dem Ein- und Ausg&#xE4;nge von vertraulichem Material dokumentiert werden. Au&#xDF;erdem gilt das Prinzip der <em>Mindestaufbewahrung<\/em>: Prototypen sollten nur so lange aufbewahrt werden, wie es f&#xFC;r Entwicklungs- und Testzwecke n&#xF6;tig ist. Laufen Projekte aus oder werden Muster obsolet, greifen die L&#xF6;schrichtlinien.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Dokumentation und R&#xFC;ckverfolgbarkeit aller eingesetzten Bauteile<\/h2>\n\n\n\n<p>In sicherheitskritischen elektronischen Systemen der Verteidigung ist es unverzichtbar, s&#xE4;mtliche verbauten Komponenten l&#xFC;ckenlos zu dokumentieren. <em>R&#xFC;ckverfolgbarkeit<\/em> (Traceability) bedeutet, dass zu jedem Bauteil festgehalten wird, woher es stammt, welche Charge\/Lot-Nummer es hat, und wo es im Endprodukt eingesetzt wurde. Diese Anforderung dient mehreren Zwecken: Qualit&#xE4;tssicherung, Sicherheit und auch sp&#xE4;tere Wartbarkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum einen schreibt die Qualit&#xE4;tssicherung nach Normen wie ISO&#xA0;9001, EN&#xA0;9100 (f&#xFC;r Luft- und Raumfahrt) oder den NATO-Standards (z.B. AQAP) eine l&#xFC;ckenlose Dokumentation vor. Verteidigungsprojekte, insbesondere in der R&#xFC;stungselektronik, unterliegen h&#xE4;ufig erg&#xE4;nzenden Vertr&#xE4;gen, die Berichte &#xFC;ber Bauteilherk&#xFC;nfte und Pr&#xFC;fungen verlangen. Beispielsweise pr&#xFC;fen Stellen der Bundeswehr (wie die Zentrale milit&#xE4;rische Qualit&#xE4;tssicherung) bei Audits, ob der Auftragnehmer Pr&#xFC;f- und Dokumentationsprozesse etabliert hat und auch seine Zulieferkette im Griff hat. Ein Elektronikdienstleister in der Verteidigung muss also in der Lage sein, jederzeit nachzuweisen, welche Komponente von welchem Hersteller in welcher Version verbaut wurde.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr&#xFC;ndliche R&#xFC;ckverfolgung erm&#xF6;glicht es auch, bei &#xC4;nderungen oder Upgrades im Feld genau zu wissen, was ersetzt werden muss. Beispielsweise, wenn es ein Elektronik f&#xFC;r Verteidigungssysteme im Feld ein Software-Update braucht, ist es wichtig zu wissen, welcher Hardwarestand vorliegt &#x2013; das geht nur mit sauberer Dokumentation aller Komponenten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Zusammenarbeit mit erprobten Defence-EMS<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Wahl der richtigen Fertigungspartner ist f&uuml;r Entwicklungsprojekte im Verteidigungssektor ebenfalls strategisch entscheidend. Oft verf&uuml;gen die Entwicklungsdienstleister nicht &uuml;ber eigene Produktionsstra&szlig;en, sondern arbeiten mit Electronics Manufacturing Services (<a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"cmtt_04cfa442f59897276dbf3d77ebb0bc9a\"  href=\"http:\/\/www.pickplace.de\/de\/glossar\/ems\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>EMS<\/a>) zusammen, die auf Fertigung und Best&uuml;ckung spezialisiert sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Europ&auml;ische oder deutsche Fertigungsst&auml;tten unterliegen den hiesigen Exportkontrollgesetzen und Sicherheitstandards, was das Risiko politisch motivierter Lieferstopps senkt. Auch die N&auml;he ist ein Faktor: Ein deutscher Auftraggeber kann deutlich einfacher einen inl&auml;ndischen <a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"cmtt_04cfa442f59897276dbf3d77ebb0bc9a\"  href=\"http:\/\/www.pickplace.de\/de\/glossar\/ems\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>EMS<\/a> auditieren oder bei Problemen pers&ouml;nlich aufsuchen, als wenn die Produktion etwa in Fernost stattf&auml;nde.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinzu kommt der Schutz geistigen Eigentums: Innerhalb der EU gelten weitreichende Regeln zum Schutz von Betriebsgeheimnissen. Ein technologischer Entwicklungspartner der Bundeswehr, der in Deutschland fertigt, kann eher sicherstellen, dass seine Baupl&#xE4;ne und Quellcodes nicht unkontrolliert abflie&#xDF;en. Fertigt man hingegen in Regionen mit anderen Rechtslagen, steigt das Risiko von Know-how-Verlust. Zudem spielt die <em>Abschirmung vor Spionage<\/em> eine Rolle.<\/p>\n\n\n\n<p><a class=\"glossaryLink\"  aria-describedby=\"tt\"  data-cmtooltip=\"cmtt_04cfa442f59897276dbf3d77ebb0bc9a\"  href=\"http:\/\/www.pickplace.de\/de\/glossar\/ems\/\"  data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex='0' role='link'>EMS<\/a> werben sogar zum Teil damit, ITAR-frei produzieren zu k&ouml;nnen &ndash; das hei&szlig;t, sie nutzen vorzugsweise Bauteile aus nicht-amerikanischen Quellen, um keine US-Reexportbeschr&auml;nkungen zu triggern. So etwas kann ein Wettbewerbsvorteil sein, wenn der Endkunde Exportflexibilit&auml;t w&uuml;nscht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h2>\n\n\n\n<p>Die aufgef&#xFC;hrten Anforderungen verdeutlichen, dass Projekte im Bereich Elektronik f&#xFC;r milit&#xE4;rische Anwendungen auf vielen Ebenen durchdacht sein m&#xFC;ssen &#x2013; von personeller Sicherheit &#xFC;ber Lieferantenauswahl bis hin zu Qualit&#xE4;ts- und Informationssicherheitsaspekten. Dienstleister und Entwicklungspartner, die diese Anforderungen erf&#xFC;llen, schaffen Vertrauen und minimieren Risiken f&#xFC;r ihre Auftraggeber. Wer die genannten Kriterien erf&#xFC;llt, positioniert sich nicht nur als Entwicklungspartner der Verteidigung als erste Wahl, sondern leistet auch einen Beitrag zur Souver&#xE4;nit&#xE4;t der Europ&#xE4;ischen Union.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Entwicklung von R\u00fcstungselektronik und Verteidigungselektronik unterliegt besonderen Auflagen. 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